Montageanleitung für Drehdurchführungen
Hinweise zur fachgerechten Montage, zum Anschluss und zur Wartung von Begapunk-Drehdurchführungen. Stets die Dokumentation des jeweiligen Modells beachten.
1 Anschlüsse
Verwenden Sie flexible Anschlüsse, sofern die Modellzeichnung nichts anderes vorgibt. Flexible Schläuche verhindern, dass Vibrationen, Fehlausrichtung und Rohrleitungskräfte auf Lager und Dichtungen übertragen werden. Verwenden Sie keine starre Verrohrung, außer wenn das ausgewählte Modell und die Maschinenschnittstelle dafür ausgelegt sind.
Im Schraubstock vormontieren. Das Gehäuse vorsichtig im Schraubstock halten und die flexible Verbindung montieren, bevor die Drehdurchführung an der Maschine befestigt wird. Dadurch wird ein Verdrehen bei der Montage vermieden.
Gewinde reinigen und abdichten. Innengewinde und Wellenstirnfläche reinigen. Bei NPT-Gewinden geeignetes PTFE-Dichtband oder Gewindedichtmittel verwenden. NPT zunächst handfest und anschließend 1–3 Umdrehungen anziehen. Bei zylindrischen Gewinden geeignete Dichtungen oder O-Ringe verwenden.
Beweglichkeit sicherstellen. Der Schlauch soll im eingebauten Zustand einen leichten, knickfreien Bogen bilden. Gehäuse oder Welle müssen geringe Fluchtungsfehler durch freie Ausrichtung ausgleichen können.
2 Verdrehsicherung
Bei vielen Anwendungen übernehmen die flexiblen Schläuche die Verdrehsicherung. In anderen Einbausituationen ist eine externe Verdrehsicherung erforderlich, etwa Gabel, Stift, Joch oder Halterung.
Verdrehsicherungen müssen Beweglichkeit zulassen. Sie verhindern die Drehung der stationären Seite, dürfen die Drehdurchführung aber nicht starr fixieren. Eine Selbstausrichtung während des Betriebs muss möglich bleiben.
3 Filtration
Zum Schutz von Welle und Dichtflächen gilt als allgemeiner Richtwert eine Filtration auf 25 µm oder feiner, bei hohen Drehzahlen oder Präzisionsausführungen auf 10 µm oder feiner. Maßgeblich ist das Datenblatt des Modells.
Partikel, die größer als der Dichtspalt sind, können sich im Dichtungswerkstoff festsetzen und Riefen in der Gegenlauffläche erzeugen. Solche Schäden führen häufig zu fortschreitender Leckage.
4 Schmierung
Wenn die Begapunk-Drehdurchführung mit Schmiernippeln ausgestattet ist, in der Regel am Lagergehäuse:
- Lithiumverseiftes Fett verwenden, das für die Betriebstemperatur der Anwendung geeignet ist und der Modelldokumentation entspricht.
- Bei der regelmäßigen Wartung je Schmiernippel höchstens zwei Hübe Fett einbringen, sofern das Datenblatt des Modells nichts anderes vorgibt.
- Zu viel Fett kann an den Dichtungen vorbeigedrückt werden und den Medienkanal verunreinigen.
- Das empfohlene Schmierintervall dem Produktdatenblatt entnehmen; bei Dauerbetrieb liegt der Richtwert häufig bei 3–6 Monaten.
5 Inbetriebnahme-Checkliste
- Prüfen, dass alle Anschlüsse dicht, aber nicht übermäßig angezogen sind.
- Sicherstellen, dass die Schläuche einen leichten Bogen bilden und weder gespannt noch geknickt sind.
- Prüfen, ob die Verdrehsicherung freie Ausgleichsbewegung zulässt.
- Prüfen, dass die Filtration aktiv und das Filterelement sauber ist.
- Mit niedriger Drehzahl und geringem Druck beginnen und schrittweise auf die Betriebswerte erhöhen.
- Während der ersten 30 Betriebsminuten auf Leckagen prüfen.
6 Wartung
Monatlich: Sichtprüfung auf Leckagen, Schlauchschäden und ausreichendes Spiel der Verdrehsicherung.
Vierteljährlich: Sofern vorgesehen, Lager schmieren, Druckdifferenz am Filter prüfen und Dichtflächen auf Verschleiß kontrollieren. Modellbezogene Vorgaben beachten.
Jährlich: Dichtungen ersetzen, wenn die Leckage den zulässigen Grenzwert überschreitet. Passende Dichtungssätze anhand von Modell und Seriennummer bei Begapunk anfragen.